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13.01.2013

Heute (12.1.2013) haben wir bei einem Rundgang um die Deponie Westerkamp, deren Giftstoffe nachweislich in Grundwasser und Düte auslaugen, per Transparent deren Räumung und Rückführung in die Produktion im Stahlwerk gefordert.

 

 

Deponie Westerkamp -

Ewiges Giftmüll-Zwischenlager der Georgsmarienhütte GmbH?

 

 

Die Deponie entstand Anfang der 50er Jahre des letzten Jahrhunderts, als mehr oder weniger ‚wilde’ Müllkippe der damaligen Klöckner Werke. Mit einem ordnungsgemäßen Planfeststellungsverfahren, es hat bis heute nicht stattgefunden, wäre die Deponie an diesem Ort niemals genehmigt worden. Die ungünstige Lage am Holzhauser Berg und die hydrologischen Bedingungen unterhalb der Deponie sind für ein solches Giftmülllager völlig ungeeignet.

 

Die Deponie, ein großer, gleichmäßig geformter Hügel, liegt unmittelbar oberhalb der Kläranlage, Malberger Str., und unmittelbar westlich des Grünabfall-Sammelplatzes. Mit einem kurzen Spaziergang erreichbar über den Hof Stavermann oder von der Hagener Str. über den Weg ‚Am Westerkamp’.

 

Chronologie der Deponie

 

Von ca.1952 – 1993 Lagerung von ca. 130.000 m³ (390.000 t) Gichtgasschlämme.

 

Im Hochofenprozess tritt das stark staubbeladene Gichtgas nach Abschluss der Reduktionsarbeit und weitgehender Abgabe des Wärmeinhaltes aus der Beschickungssäule aus. Die feineren Staubanteile des Hochofenprozesses können nur durch eine Nasswäsche abgeschieden werden. Das hoch staubhaltige Waschwasser wurde zu den Absetzteichen gepumpt. Der abgesetzte Feststoff enthält Erze, Sinter, Schlackenbildner, Kohle, Koks und Öl.

 

Von ca. 1980 – 1993 Lagerung von ca. 86.000 m³ (260.000 t) Stahlwerksstaub

 

Der im Volksmund ‚brauner Rauch’ genannte Staub entsteht bei der Stahlerzeugung durch Umsetzung des flüssigen Eisens durch Sauerstoff. Bei dem zu Beginn der 1950er Jahre entwickelten Sauerstoffblasverfahren ist die Staubentwicklung besonders intensiv. Bis in die 70er Jahre gelangte dieser Staub ungefiltert in die Atmosphäre. Die komplexe Zusammensetzung des Staubes mit Eisen als dominierendem Element wird durch den Schrottanteil mitbestimmt. Bei der Georgsmarienhütte betrug dieser 50 %.

 

1992 - Genehmigung des Zwischenlagers für das seit 1952 ständig wachsende Volumen des Giftmülls. Die durch Presse und öffentliche Diskussion zunehmende Unruhe und der aufkeimende Widerstand der Mitbürger in Georgsmarienhütte wurden durch den Hinweis auf das geplante Recycling der Abfälle im neuen Elektro-Ofen beruhigt. Die EU zahlte in diesem Zusammenhang einen Zuschuss von ca. 40 Mio DM.

 

1994 - Genehmigungsbescheid E-Ofen

 

1995

/1996 - Einsatzversuch des Stahlwerksstaubes im E-Ofen.

 

Der Versuch bestätigte, dass eine Rückführung der Abfallstoffe in den Produktions-prozess technisch möglich ist. Gleichzeitig äußerte die Georgsmarienhütte GmbH, unbemerkt von der Öffentlichkeit, dass sie an einer Wiederverwertung kein wirtschaftliches Interesse habe. Diese 180-Grad-Wende stellte die Weichen in Richtung Endlager. Alle nachfolgenden Maßnahmen hatten nur noch ein Ziel, aus dem Zwischenlager ein Endlager zu machen.

1996

/1997 - Planungen zur Sicherung des Zwischenlagers.

 

1998

/1999 - Abdeckung und Sicherung des Zwischenlagers.

 

2006  Genehmigung der Stilllegung des Zwischenlagers

 

Mit dieser Genehmigung für ‚ein zeitlich unbefristetes Zwischenlager’ wurde aus dem Zwischenlager de facto ein Endlager.

 

 

Die Beantragung und Genehmigung eines Zwischenlagers, noch vor einem Recyclingversuch im neuen E-Ofen, entlarvt die wahre Absicht der Georgsmarienhütte, im Zusammenspiel mit den Genehmigungsbehörden für die Schadstoffe des alten Hüttenwerkes ein Endlager einzurichten. Dieser Widerspruch wurde nicht bemerkt.

 

Die bis dahin ungesicherte Lagerung von Gichtgasschlamm und Konverterstaub wäre sicher noch einige Jahre vertretbar gewesen, damit, nach erfolgreichem Recyclingtest, eine rasche und kostengünstige Wiederverwertung der Abfallstoffe möglich ist.

 

Stattdessen wird mit großem Aufwand und allen erforderlichen kostenintensiven Sicherungsmaßnahmen ein Zwischenlager erstellt, um es anschließend für ein Recycling der eingelagerten Stoffe wieder auseinander zu nehmen?

 

Politik, EU und vor allem die Mitbürger in Georgsmarienhütte wurden (für dumm verkauft) ODER (getäuscht)!

 

Die EU hat ihre Fördermittel zurückverlangt.

 

Wir fordern von der Georgsmarienhütte GmbH die Einhaltung ihrer Zusage, die Abfallstoffe zu recyceln!

 

Deponie und Umwelt

 

 

Bei den im Deponiekörper enthaltenen umweltschädlichen Substanzen stehen die PAKs (Poly-cyclische aromatische Kohlenwasserstoffe) im Vordergrund. Mit ihrer ungünstigen Lage am N/O-Hang des Holzhauser Berges steht die Deponie mit ihrem Fuß in direktem Kontakt mit dem Grundwasser. Eine Lösung von PAKs und anderen Giftstoffen an der Deponiebasis findet permanent statt. Auch die aufwendige Abdichtung gegen Regenwasser verhindert nicht, dass jährlich ca. 1.000 m³ aus dem Deponiekörper in die Düte fließen.

 

Grundwasser-Untersuchungsergebnisse:

 

Summe PAK:

04.2011

4,59 ug/l

 

11.2011

4,09 ug/l

 

Diese Werte sind deutlich erhöht. Der Sanierungs-Schwellenwert für PAKs beträgt 1,00 ug/l.

 

Werden Sie aktiv und beteiligen Sie sich an unserer Unterschriftenaktion, für eine zeitnahe Beseitigung der Giftmülldeponie!

 

 

Kontakt: Bündnis90/Die Grünen, Ortsverband Georgsmarienhütte, c/o Tobias Demircioglu, Am Markt 19, 49124 GMH, Tel. 05401-36 42 16, Mail:dgg-dienstleistungen@osnanet.de

 

Initiative „Giftmüll-Deponie“, Friedel Boberg, Suttfeld 27, 49124 GMH, Tel. 05401-31526



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