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28.03.2019

Wie Borkenkäfer den Saft von Bäumen aussaugen und sie damit vernichten, bekamen wir anhand der Spuren in einer Rinde erläutert.

Schutz vor Borkenkäferschäden

Grünen-Exkursion mit Förstern

Georgsmarienhütte – Wie kann der Schutz der Bäume gegen Schäden durch Borkenkäfer unterstützt werden? Diese Frage stand im Mittelpunkt einer Waldexkursion im Nordhang des Dörenberges mit Forstexperten, zu der die Grünen eingeladen hatten, nachdem die Waldbauern um politische Unterstützung gebeten hatten.

Nach den gewaltigen Schäden durch Borkenkäfer infolge der Sturm und Dürre im vergangenen Jahr hätten viele Fichtenbestände auch im Landkreis Osnabrück aufgelichtet oder abgeholzt werden müssen, berichtete der Georgsmarienhütter Revierförster Friedrich Gleissner. Die beste Vorkehrung gegen einen solchen Befall auch in diesem Jahr sei kontinuierlich viel Regen bis in den Mai hinein.

Ergänzt um Ehrenamtliche werde ab April, wenn die überwinterten Tiere ausflögen, versucht, befallene Bäume ausfindig zu machen und diese zu rasch fällen, um die weitere Ausbreitung des Borkenkäfers zu verhindern, ergänzte Forstamtsleiter Dr. Florian Stockmann. Bisher noch nicht ausreichend abgesichert sei die Finanzierung der Helfer durch das Land Niedersachsen.

Weiterhin würde versucht, mit dem Duft von sogenannten Trinet-Fallen die Schädlinge anzulocken und unschädlich zu machen. Diese müssten im Abstand von mindestens 9 m zu den Bäumen und auch nicht in einer zu großen Zahl aufgestellt werden, da sie ansonsten ein für die Käfer verwirrendes Duftgemisch im gesamten Wald verursachen würden.

Biologische Hilfe könne der Ameisenbundkäfer leisten. „Doch der wäre mit der Vertilgung der gewachsenen Zahl der Borkenkäfer völlig überfordert“, so Stockmann. Ansonsten gehöre der Borkenkäfer sicher auch zur Natur dazu.

Thema war auch die Baumartenwahl angesichts des Klimawandels. Nach Kyrill seien am Dörenberg ca. 70 % Nadelbäume und 30 % Laubbäume gepflanzt worden, berichtete Gleisner. Dieses Verhältnis empfehle er den Waldbauern auch bei der anstehenden Bepflanzung am Dörenberg. Die Buche könne auf den sauren Standorten des Dörenberges nur eine stabilisierende Funktion erfüllen. Deshalb würden auch in Zukunft an die Folgen des Klimawandel angepasste anspruchslosere Nadelhölzer wie Douglasie, Tanne, Lärche und Kiefer eine bedeutende Rolle spielen . In Betracht kämen auch trockenheitsresistentere Laubhölzer wie Stieleiche, Roteiche, Robinie, Esskastanie und Birke. Wichtig sei eine gute Durchmischung.

Durch die Stürme und den Borkenkäferbefall seien große Holzmengen auf den Markt gekommen. Dies habe zu einem Preisverfall für Fichtenstammholz von 80 €/Fm auf aktuell 20-40 €/Fm geführt. Daher sprach sich Bernd Schwietert für finanzielle Hilfen für die Holzvermarktung aus. „Wenn Waldbesitzer die Aufarbeitung vom Käferholz einstellen, weil die teurer ist als der Erlös, kann sich der Borkenkäfer ungehindert ausbreiten“, stellte der pensionierte Förster fest. Schließlich sei es das Ziel vieler Menschen, sich auch zukünftig im Wald mit gutem Zustand erholen zu können.

Für einen höheren Laubwaldanteil sprach sich Tobias Demircioglu aus. „Buche, Ahorn und Wildkirsche sind klimaangepasst und tragen zur Reduzierung der Borkenkäferschäden bei“, so dass Vorstandsmitglied der Georgsmarienhütter Grünen.



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