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10.07.2019

Entwicklungsberichte statt Noten

Jan Wessels informierte über Dissener Geamtschule

Georgsmarienhütte – Für die Grünen ist die Frage einer Gesamtschule in der Hüttenstadt noch nicht erledigt. Auf ihre Einladung berichtete Jan Wessels über die Erfahrungen der 2017 eingerichteten Dissener Hermann-Frye-Gesamtschule.

„Vorbereitung auf alle Schulabschlüsse, mehr Transparenz durch positiv stimulierende Entwicklungsberichte statt Noten bis einschließlich achter Klasse, zwei Klassenlehrkräfte pro Klasse, Gemeinschaft auch durch Mittagessen der Lehrer mit den Schülern und zwei verpflichtende sowie zwei freiwillige Nachmittage statt Hausaufgaben, Zeiten zur selbständigen Bearbeitung von Aufgaben“, so der Schulleiter. Weltweit seien Gesamtschulen normal und die meisten Nobelpreisträger hätten eine solche Schulform absolviert. Die Dissener Gesamtschule werde auch von Schülern aus den Umlandkommunen besucht, darunter zwei aus Georgsmarienhütte, die dafür den Haller Willem nutzen würden.

Dass der Ratsbeschluss für eine umfangreiche Elterninformation vor der Elternbefragung nicht ausgeführt worden sei, bemängelte SPD-Ratsherr Heiner Trimpe-Rüschemeyer. Dass es erheblich Einflussnahme von Lehrern gegen eine Gesamtschule gegeben habe, bestätigte eine Mutter. Vorgelegt wurde das Schreiben einer Realschullehrerin an die Eltern ihrer Schüler, wonach in einer Gesamtschule Zeit im Unterricht für neue Inhalte fehle und gemeinsames Lernen in einer Klasse „kaum zu bewältigen“ sei und deshalb die Realschule unterstützt werden solle.

Auf die Spaltung der Gesellschaft durch das dreigliedrige Schulsystem verwies Linken-Ratsherr Peter Schmechel. Über die negativen Folgen für die betroffenen Schüler infolge von Abschulungen berichtete Andre Averdiek. „Nahezu jedes zweite Kind, welches in der 5. Klasse eines Gymnasiums startet, erreicht nicht das Ziel, am selben Gymnasium auch sein Abitur zu machen“, erklärte der CDU-Ratsherr. Spätestens wenn im Süden von Osnabrück, wie angekündigt, eine Gesamtschule komme, werde sich die Frage für Georgsmarienhütte stellen.

Grünen-Kreistagsmitglied Petra Funke erinnerte, bei der Untersuchung des Landkreises sei Georgsmarienhütte als einer der geeignetsten Standorte ausgewiesen worden. Übereinstimmend wurde es deshalb für erforderlich gehalten, bei den anstehenden Beratungen in Fraktionen, Lenkungs- und Schulausschuss sowie Rat die Möglichkeiten der Einrichtung einer Gesamtschule in der Stadt als ergänzendes Angebot zu berücksichtigen.



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