Artikel


10.07.2019

Robert Lorenz und Hermann Wiemeyer begutachten Schäden an den Blättern einer Kastanie.

Die Düte ist an mehreren Stelle trocken gefallen.

Düte, Esche, Feuchtbiotop und Vogelbad

Feld- und Waldbegang der Grünen auf Hof Wiemeyer

Georgsmarienhütte – Baumschäden und der Zustand der Düte waren besorgniserregende Themen einer Hofbegehung der Grünen mit Landwirt Hermann Wiemeyer in Kloster Oesede. Feuchtbiotop, Vogelbad und Photovoltaik wurden als Beiträge zum Umwelt- und Naturschütz begrüßt.

Ob Trockenschäden an einer Kastanie auf dem Hof von der Miniermotte herrühren, sollte nach Einschätzung der Grünen untersucht werden. „Wenn sich das bestätigt, bleibt nur die Verbrennung des Laubes, um die Krankheitskreisläufe zu unterbrechen“, stellte Robert Lorenz fest. Der Fraktionsvorsitzende sagte zu, sich in diesem Fall für eine Ausnahme vom Verbot privater Feuer einzusetzen.

Hermann Wiemeyer wies beim Feld- und Waldbegang auf absterbende Eschen hin. „Die haben bei der Bodenversauerung mit Absinken des ph-Wertes auf derzeit 3,9 keine Chance“, so der Diplom-Agraringenieur. Ebenso seien Buche, Eiche, Erle abgängig. Die Nadelwälder seien Opfer der epidemischer Ausbreitung des Borkenkäfers. Zukünftig gelte es, Bäume anzupflanzen, die steigenden Temperaturen, heftigen Stürmen, längeren Trockenperioden sowie neuen Schädlingen und Krankheiten eher gewachsen seien. Waldränder will Wiemeyer mit Haselnuss ergänzen.

Dass die Anlegung eines Feuchtbiotops von ca. 200 m² vor ca. 20 Jahren Teich- und Schilfrohrsänger und Libellen anlockt, konnten die Grünen registrieren. Auch Bussard, Milan und Schwarzstorch wurden in der Düteaue gesichtet. Blindschleichen seien vorhanden, Kreuzottern bei weiterer Erwärmung zu erwarten, erklärte Wiemeyer. Auf ca. 1 ha sei  Grünland als Kompensation für Baugebiete in eine Schilffläche umgewandelt und als FFH ausgewiesen worden.

In Hofnähe steuern reichlich Vögel wie Drosseln und Bachstelzen eine für sie errichtete „Badeanstalt“ an, die Wiemeyer jeden Tag mit Wasser versorge. Dagegen steht es um die Düte schlecht: Sie war beim Rundgang an mehreren Stellen trocken gefallen, Starkregen hatten zahlreiche Uferabspülungen hinterlassen. „Der Landkreis ist aufgefordert, FFH-gerechte Zustände herzustellen“, betonte Lorenz. Regenrückhaltung in jedem Baugebiet, iIdealerweise auf jedem Grundstück empfahl Wiemeyer.

Seit 2007 besitzt der Hof eine Phovoltaikanlage auf dem Dach mit 31,5 kW, die jährlich durchschnittlich 31.000 Kilowattstunden ins öffentliche Stromnetz eingespeist. Bei der Wärme hat sich der Hof bereits 1996 von fossilen Energien verabschiedet und auf Holz umgestellt. Angebauter Mais wird in einer Biogasanlage in Melle verwertet. In der Fruchtfolge gebe es außerdem Raps, Weizen und Gerste. Wiemeyer stellte außerdem die Errichtung einer Natursteinmauer vor.

Ein Auge warfen die Grünen auch auf die Bienenhaltung eines Imkers in der Dütesenke am Birkkamp. Ihren Hinweis auf fremd genutzte Wegeseitenränder beantworte Wiemeyer, die Stadt könne froh sein, wenn das Mulchen dem Bauhof abgenommen werde.  Zudem müsse bedacht werden, dass es zu Unfällen mit Wild komme, weil dieses als Feinschmecker von Blühstreifen angelockt werde, weshalb er solche an der strassenabgewandten Seite des Feldes für sinnvoll halte.

Nicht entsprechen wollte Wiemeyer dem Wunsch der Grünen, für Wanderer eine Verbindung des Birkkamp zwischen Kloster Oesede und Wellendorf über seinen Hof wieder zuzulassen, da mit Abfällen zu rechnen sei. Nach einem Konflikt mit dem Ordnungsamt der Stadt habe er die Ausweisung des Ahornweges in seinem Wald untersagt.

Mit auf den Weg gab er den Grünen den Wunsch, unnötige nächtliche Beleuchtung in der Stadt zu reduzieren.



zurück

Keine Kommentare

Kommentar schreiben






CAPTCHA Bild zum Spamschutz
Wenn Sie das Wort nicht lesen können, bitte hier klicken.




* Pflichtfelder