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21.10.2019

Imke Byl (Landtag) und Klaus Kuhnke (Solarenergieverein) schlugen Maßnahmen zum Klimaschutz vor.

Nahwärme, Sonnenenergie und E-Ladestationen

Grüne sprachen über Schritte zum Klimaschutz

Georgsmarienhütte - "Der Klimawandel wartet nicht auf uns!

- was sich an den Maßnahmen zum Klimaschutz ändern muss" – unter diesem Motto hatten die Georgsmarienhütter Grünen mit Imke Byl die Energieexpertin ihrer Landtagsfraktion, Klaus Kuhnke vom Osnabrücker Solarenergieverein sowie die Stadtwerke Georgsmarienhütte zu einer öffentlichen Diskussion eingeladen.

Sie sei maßlos enttäuscht von den von der Bundesregierung vorgelegten Maßnahmen, erklärte Byl eingangs. Im „Klimapäckchen“ sei noch weniger drin als erwartet. Von einem CO2-Preis, der 3 Cent mehr an der Zapfsäule zur Folge habe, sei keinerlei Verhaltensänderung zu erwarten.

Die Landtagsabgeordnete aus Gifhorn forderte, klimaschädliche Subventionen in Höhe von 54 Mrd. Euro wie für Diesel, Plastik und die Erdgasindustrie abzuschaffen und die frei werdenden Gelder konsequent in mehr Bahn, Bus, Rad und den Fußverkehr zu stecken. Der Kohleausstieg müsse deutlich vor dem 2038, spätestens bis 2030, erfolgen, um die Pariser Klimaschutzziele nicht zu verfehlen.

Als weitere Schritte zu mehr Klimaschutz nannte Byl den Verzicht auf neue Ölheizungen ab sofort und die stärkere Förderung Erneuerbarer Energien im Wärme- und Gebäudesektor, die grundsätzliche Ausstattung von Neubauten mit Photovoltaik und Solarthermie, Sonnenenergie für jedes in Frage kommende Bestandsdach, die Reduzierung des Flächenverbrauchs bis 2035 auf Null sowie die Steigerung des Anteils der Bio-Landwirtschaft in Niedersachsen auf mindestens 30% bis 2030.

„Die Welt schaut auf uns“, betonte Klaus Kuhnke. Wenn Deutschland die Energiewende auch im kalten Winter schaffe, sei das Ermutigung für andere Länder. Der Solarenergievereinsvertreter benannte einige Maßnahmen der Bundesregierung als positiv wie die Absenkung der Mehrwertsteuer für Bahntickets im Fernverkehr auf 7%, die er sich aber auf Null wünsche.

Keine Lösung sah Kuhnke im Ersatz von Öl durch Gas, weder aus Russland durch die Ostsee-Pipeline, noch Fracking-Gas aus den USA. Der CO2-Preis müsse bei 180 Euro pro Tonne angesetzt werden, um Wirkung zu zeigen. Als Ausgleich müsse ein Energiegeld von 10-15 Euro monatlich pro Person gezahlt werden. „Dass der Mensch als Gewohnheitstier unter Druck in der Lage ist, sein Verhalten zu ändern, haben die Ölkrisen in den 70-Jahren gezeigt“, so Kuhnke.

Als wichtige Schritte nannte Kuhnke die Sektorenkopplung von Strom, Wärme und Verkehr mit Umwandlung von Strom in Gas sowie Treib- und Wasserstoff. Ein konsequent dezentraler Ausbau der Energieversorgung komme ohne das derzeit geplante Ausmaß an neuen 380-kV-Höchstspannungstrassen aus.

Den weiteren Ausbau der Ladeinfrastruktur für E-Mobilität in Georgsmarienhütte kündigte Stadtwerke-Mitarbeiter Michael Rust an. Die Ladestation Kirmesplatz Oesede werde gegenüber Rossmann verlegt und auf 2 Plätze erweitert. Weitere Ladestationen gebe es in Holzhausen (Parkplatz Dransmann/Lidl) und in Harderberg bei Adler, dort für Schnellladung mit 50 kW. Eine weitere mit 2 Ladepunkten werde am Kloster Oeseder Marktplatz geplant. Die Stadtwerke seien bestrebt, die Zahl der gut 500 Photovoltaikanlagen in der Stadt mit bisher über 8.000 kW weiter zu erhöhen. Ausgeweitet werden solle die Nahwärmeversorgung auf das zukünftige Baugebiet Hempen.

Angesprochen wurde aus der Versammlung der Ausstieg des Landkreises aus dem Flughafen FMO und die Beteiligung der Stadtwerke am Kohlekraftwerk Lünen, die jährlich ca. 700.000 Euro Verlust verursache. Auch  die Ausweitung der Windenergie auf vorbelastete Waldbereiche wurde thematisiert. Einen Schub erhoffen sich die Grünen von der in Vorbereitung befindlichen Beschäftigung eines Klimamanagers in der Stadtverwaltung.



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