Artikel


28.01.2020

Steingärten- Recht auf Selbstbestimmung oder Klimasünde?

Wie soll mit dem Verbot von Stein- bzw. Kiesgärten umgegangen werden? Bei einer Versammlung der Grünen in Georgsmarienhütte wurde über die verschiedenen Meinungen debattiert.

Nachdem der Antrag der Grünen zur konsequenten Durchsetzung des Gesetzes im Stadtrat abgelehnt wurde,  wolle man sich jetzt wieder damit befassen. Einen kurzen Vortrag über den Nutzen bepflanzter Vorgärten hielt der Landschaftsbauer Rainer Kavermann, Fraktionsvorsitzender im Kreistag. Als Gegenstimme war Jörg Welkener von den Linken eingeladen, welcher ebenfalls als Landschaftsbauer arbeitet.

Zuerst verwies Rainer Kavermann auf das geltende Landesbaurecht §9, A.2, welches besage, dass die nicht überbauten Flächen von Baugrundstücken Grünflächen sein müssten. Des Weiteren erläuterte er die Vorteile eines bepflanzten Vorgartens. Dieser würde nicht nur als wichtiger Lebensraum und Nahrungsquelle für Insekten, sondern auch als „blühende Visitenkarte“ des Hauses dienen. Außerdem unterstütze ein bunter Vorgarten die grüne Infrastruktur und schaffe einen klimatischen Ausgleich. Nicht zuletzt würden die Pflanzen Schall absorbieren und so für eine privatere Atmosphäre sorgen. 

Jörg Welkener bezeichnete die Steingärten als pflegeleichte Alternative zu bepflanzten Gärten. Doch sein Hauptargument stützte sich auf das Recht der Selbstbestimmung der Bürger über die Gestaltung ihres Grundstücks. Dies unterstrich er mit Verweis auf Berthold Brecht, wonach der Mensch sich nicht von oben bestimmen lassen solle.

Der Fraktionsvorsitzende im Stadtrat von Georgsmarienhütte, Robert Lorenz, bekräftigte, dass das geltende Verbot der Steingärten unbedingt einzuhalten sei. Andere Mitglieder kritisierten nachhaltige negative Veränderungen, die Steingärten mit sich brächten, etwa dass durch Versiegelung natürlicher Boden abgedeckt werde und so weniger Wasser versickern könne. Auf der anderen Seite wurde noch einmal die Pflegeleichtigkeit der Steingärten angesprochen.

Gegen Ende des Abends war allerdings allen klar, das Ziel der Grünen ist und bleibt die Mission „Rettet die Vorgärten“. Thema soll auch der Schutz von Hecken werden. „Wenn Vögel immer öfter gegen Plastikzäune knallen und verenden, wird es höchste Zeit, dass wir uns dem Erhalt der Hecken widmen.“ appellierte Rainer Kavermann.



zurück

Keine Kommentare

Kommentar schreiben






CAPTCHA Bild zum Spamschutz
Wenn Sie das Wort nicht lesen können, bitte hier klicken.




* Pflichtfelder