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28.03.2020

Wie sehen die Recyclinghof- Planungen aus?

Grüne und Malberger informierten sich bei AWIGO

Georgsmarienhütte – Wie sehen die aktuellen Planungen für einen neuen Recyclinghof aus und welche Möglichkeiten für Platz schaffende Maßnahmen gibt es am vorhandenen Standort? Diese Fragen standen im Mittelpunkt eines Informationsbesuches der Grünen bei der Abfallwirtschaft Landkreis Osnabrück GmbH (AWIGO) an der Niedersachsenstraße.

Angesichts der Steigerung der Müllmengen, einer zunehmenden Kundenfrequentierung und zusätzlichen Anforderungen sei es das Ziel von AWIGO, schnellstmöglich eine Fläche für einen Recyclinghof zu erwerben, erklärte Sascha Leisner, Leiter der Abteilung Betrieb. Die Gewerbeaufsicht habe bereits die Schaffung einer Notumschlagstelle für Restabfälle angemahnt. Die aktuellen Planungen sähen einen Flächenbedarf von 2,9 ha vor. Sollte eine größere Fläche angeboten werden, hätte die AWIGO Interesse.

Bei der aktuellen Planung gehe es hauptsächlich um die zukünftige Entsorgungssicherheit des Landkreises, die Platzmöglichkeit für eine dezidiertere Abfalltrennung sowie die Annahme im Sinne des Umweltschutzes und einer erweiterten, verbesserten Dienstleistung für die Kunden. Ein wichtiger Ansatz sei die Option eines Restabfallumschlags. Hierbei werde der von Sammelfahrzeugen abgeholte Restabfall zwischengekippt und aus Logistikgründen dann mit einem großen Lkw weitertransportiert.

Da sich zudem die bundesweit eher ungewöhnlich komfortable Situation, dass im Normalfall der Restmüll aus der Region Osnabrück direkt aus den Sammelfahrzeugen ohne Zwischenkippen und Umschlag zu einem Recylingcenter gebracht werden könne, ab 2023 ändern könne, wolle sich die AWIGO vorbereiten. Zusätzliche Platzkapazitäten für einen „Notumschlag“, z.B. um technischen Störungen an der Annahmestelle kompensieren zu können, seien in jedem Fall notwendig.

Aktuell könnten aus Platzgründen schon nicht alle Abfallfraktionen am vorhandenen Standort in Georgsmarienhütte angenommen werden. So müssten z. B. derzeit Kunden, die Asbest oder außerhalb der Grünplatzöffnungszeiten Astwerk oder Rasenschnitt entsorgen wollten, bis nach Melle-Gesmold fahren. Ausgeschlossen für einen Standort in Georgsmarienhütte sei hingegen eine mit höheren Immissionen verbundene Grünabfallaufbereitung und Lagerung von Bioabfällen. Ziel von AWIGO sei es, die Trennung der Abfälle über die bisher 40 Fraktionen hinaus zu erweitern, um die Verwertungsmöglichkeiten zu verbessern. Dafür fehle jedoch Platz an der Niedersachsenstraße.

Leisner sagte die Prüfung der Grünen-Vorschläge zu, die Annahmezeiten zu den Schwerpunktanlieferungen zu verlängern oder als Anreiz die Gebühren in Schwachlastzeiten zu senken. Dies würde ohnehin im Rahmen jeder Gebührenkalkulation gemacht. Die nächste stehe in 2020 an.

Vorgeschlagen wurde von den Grünen zudem die Errichtung einer zweiten Einfahrt mit Waage, um Staus zu vermeiden. Die AWIGO kommentierte, dass dies keine Lösung darstelle, da nicht die Einlasskontrolle und das Abrechnen die zeitintensiven Faktoren seien, sondern die Entladezeiten und die Staus vor den einzelnen Entsorgungsboxen auf der engen Anlieferungsfläche. Leisner wies außerdem darauf hin, dass der AWIGO-Standort auch für Anlieferungen von Kunden aus angrenzenden Stadtteilen Osnabrücks genutzt werde, um den Weg zum Piesberg zu ersparen.

Vor Überlegungen, die ursprünglich für SD-Automotive geplante Fläche in Malbergen für eine AWIGO-Bebauung anzustreben, warnte Georg-Jansen-Wätjen. „Schon jetzt ist die Hochwassersituation bei Starkregenfällen riskant“, so der Anwohner, weshalb die Fläche für solch ein Vorhaben völlig ungeeignet sei. Seitens der Grünen wurde auf widersprechende Festlegungen in der Raumordnungsplanung hingewiesen.

Für die Aufstellung des notwendigen Bebauungsplanes in Malbergen, das erforderliche Genehmigungsverfahren nach Bundesimmissionsschutzgesetz und den Bau seien etwa 5 Jahre einzuplanen, erklärte Gleisner. Seitens der Grünen wurde die Absicht betont, AWIGO in Georgsmarienhütte zu halten. Zu prüfen seien Erweiterungen unmittelbar angrenzend am jetzigen Standort.

Auf die Frage der Kreistagsabgeordneten Petra Funke, was geschehe, wenn die Sortieranlage am Fürstenauer Weg in Osnabrück nicht mehr zur Verfügung stehe, antwortete Leisner, dann müssten andere Recyclingzentren oder Müllverbrennungsanlagen gesucht werden. Erschreckt zeigte sich Funke angesichts der wachsenden Müllmenge. „Jeder sollte sich überlegen, ob er alle paar Jahre ein neues Sofa braucht“, so Funke, die die Grünen auch im Stadtrat vertritt. Außerdem müsse der Bund endlich per Gesetz die Wirtschaft zur Herstellung längerlebiger Produkte zwingen.



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