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18.09.2020

Johannes Börger (rechts) lieferte Einblicke in den Kulturweg Kloster Oesede.

Kirche, Kloster, Kohle

Börger lieferte Grünen Einblick über den Kulturweg

Kloster Oesede – Kirche, Kloster, Kohle... – einen Blick in die Geschichte des Stadtteiles Kloster Oesede - garniert mit persönlichen Anmerkungen zu Vergangenheit und Zukunft - lieferte Johannes Börger beim Rundgang über den fast fertiggestellten Kulturweg, zu dem die Grünen eingeladen hatten.

Schriftliche Erläuterungen mit Fotos gibt es auf 20  Tafeln zwischen Marktplatz, Bauer Ostermann und Steiniger Turm. Dabei erfuhren selbst Alteingesessene Neues: So dass in den letzten Kriegsjahren der Unterricht des  Osnabrücker Gymnasiums Carolinum nach Kloster Oesede verlagert war und die Schüler mit dem Haller Willem kamen.

Oder dass zum Kriegsende bei ca. 2.000 Einwohnern nur wenige evangelische Christen in Kloster Oesede wohnten, was sich besonders durch den Zuzug von Flüchtlinge gewandelt habe. Aber

selbst in der alten Schule (1977 abgerissen) neben dem Kindergarten habe man die Konfessionen in Klassen und auf dem Pausenhof getrennt.

Die Weiternutzung des Saales Steinfeld als Dorfgemeinschaftshaus sei als zentrales Anliegen des  von der Stadt ins Leben gerufenen Arbeitskreises Naherholung benannt worden. Nach einer corona-bedingten Zwangspause gelte es nun die ersten Planungsergebnisse in den entsprechenden Gremien weiter zu entwickeln.

Die Wasserspiele auf dem Marktplatz, die Familien, Wanderer und Radtouristen zum Verweilen einladen sollen, seien installiert, aber noch nicht in Betrieb. Begrüßt wurde von Börger die Errichtung eines Platzes neben der Sporthalle, der als Festplatz für die kulturellen Veranstaltungen genutzt und als Parkplatz auch  der Waldbühne zu Gute komme.

An diesem auf Initiative des früheren Gemeindedirektors Malaika geschaffenen Ort seien ab 1951 neben Theateraufführungen auch vielfältige Veranstaltungen durchgeführt worden. Über viele Jahre führte der Kreisjugendring eine "Woche der Jugend" mit regionaler und internationaler Beteiligung von Jugendgruppen durch und beim jährlichen Elternnachmittag zeigten die Kinder ihr Können. Ab 1970 mit den „Lords“, habe es jährlich Rockkonzerte gegeben, was 1983 u.a. mit „Ton, Steine, Scherben“ und lediglich 80 Besuchern ein Ende gefunden habe. Seit 1988 wird wieder regelmäßig Theater auf der Waldbühne. Das Amateur-Ensemble locke jährlich bis zu 30.000 Besucher auf die Bühne unter freiem Himmel.

Die Hauptschule werde im kommenden Jahr komplett nach Alt-Georgsmarienhütte verlagert. Über die weitere Nutzung gebe es verschiedene Überlegungen, aber noch keine endgültige Entscheidung. In jedem Fall solle die Grundschule am jetzigen Standort verbleiben, auch um die Kita-Mensa mitnutzen zu können. Das aus den 1960er Jahren stammende Schulgebäude sei wohl stark renovierungsbedürftig. Auch hier sei bisher keine endgültige Entscheidung getroffen.

Im südlichen Flügel des Klostergebäudes, das je zur Hälfte der Kirche und der Stadt gehöre, gebe es noch eine Wohnung einer früheren Lehrerin, die erste Etage sei für eine Flüchtlingsfamilie reserviert und oben würden Materialien der Waldbühne gelagert.

Aufgrund zurückgehender Kirchenbesucherzahlen sei für die 1961

fertiggestellte neue Kirche, die mittlerweile für die Gemeinde oft zu groß sei, eine neue Konzeption notwendig. Das finanziell mit Bausteinen von Eltern 1973 finanzierte Jugendheim, später Pfarrheim Edith-Stein-Haus werde heute vor allem von Bücherei und Kindergarten genutzt.

Ein Lob Börgers galt dem Architekten Förster, der die ehemalige Mühle der Raiffeisen-Genossenschaft mit seiner Sanierung zum Büro-und Wohnhaus gerettet habe. Bedauert wurde von ihm, dass die Stadt vor ca. 10 Jahren nicht die Möglichkeit zum Erwerb des ehemaligen Bahnhofes genutzt und den dortigen, heute gesperrten Wanderweg Richtung Ostermann gesichert habe.

Für den Mühlenteich gelte es, einen Weg zum Erhalt mit Möglichkeiten für Mensch und Natur zu finden. Auf dem Friedhof sei der Wandel von der Kriegerehrung zur Gedenkstätte gelungen.



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