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09.04.2021

Downhill-Spuren am Dörenberg besichtigten (v.l.n.r.) Helmut Westerbusch, Manfred Tobergte und Forstamtsleiter Reinhard Ferchland.

Downhill-Routen im Dörenberg?

Grünen-Besichtigung mit Forstamtsleiter

Georgsmarienhütte / Bad Iburg – Können Artenschutz und ruhiger Waldspaziergang mit der Anlage von Downhill-Routen im Dörenberg-Waldgebiet vereinbart werden? Über diese Frage sprachen Vertreter der Grünen mit dem Leiter des Niedersächsischen Forstamtes in Ankum, Reinhard Ferchland.

Downhill-Strecken im Dörenberg seien seit letztem Jahr auf Landkreis-Initiative von Terra Vita unter Federführung der Osnabrücker Stadtwerke und unter Beteiligung des Forstamtes in Planung, berichtete Ferchland. Ziel sei es, das bisher unbegrenzte Downhill-Fahren, das Beeinträchtigungen für Wald, Tiere und Wanderer verursache, in kontrollierte Bahnen zu lenken.

Die aktuellen Störungen durch die wild angelegten Downhill-Strecken im Dörenberg seien in den letzten Jahren immer gravierender geworden, berichtete Ferchland. Obwohl Verbote, Sperr- Schilder und auch gemeinsame Einsätze von Waldbesitz (Forstamt) und Polizei zusammen mit der Ordnungsbehörde versucht worden seien, scheine das alles nicht geholfen zu haben. „Ich habe diese Situation von meinen Vorgängern übernommen und es ist alles nur schlimmer geworden“, bedauert der Forstamtsleiter.

Dass das Downhill-Fahren bereits viele tiefe Spuren im Waldboden hinterlassen hat, bekamen die Grünen vor Ort veranschaulicht. „Teilweise alle 30 m gibt es diese Routen“, so Ferchland. Selbst nicht eingezäunte Pflanzungen auf den Windwurfflächen seien betroffen. Neben dem Dörenberg gebe es weitere Mountainbike-Hotspots am Freden und im Hüggel. An Wochenenden seien mehrere Hundert Mountainbiker im Südkreis unterwegs, viele auf den Forstwegen, nur teilweise auf den Downhill-Routen. Deshalb solle mit der neuen Initiative Schlimmeres verhindert und auch Wanderer mit Kindern, die durch plötzlich auftauchende Downhill-Fahrer gefährdet seien, geschützt werden.

Dass Downhiller sich an vorgegebene Strecken halten würden, bezweifeln die Grünen. „Die wollen das Abenteuer und würden weiterhin wild zwischen den Bäumen herumflitzen“, befürchtet Helmut Westerbusch.  Der ehemalige Georgsmarienhütter Ratsherr forderte, die 19 % Waldfläche im Landkreis gänzlich von Radsport freizuhalten. Die industriellen Hersteller seien in der Verantwortung, sich über geeignete Flächen Gedanken zu machen. Seine Hoffnung sei es, dass die privaten Waldbesitzer, die den Planungen bisher deutliche ablehnend gegenüberstünden, keine Zustimmung für solche Routen erteilen würden.

Ferchland verweist darauf, dass neben Verboten auch das gegenseitige Verständnis gefördert werden muss: „Wir müssen besonders gefährdete Bereiche schützen. Es wäre auch schön, wenn die Besucher respektvoll miteinander umgehen, dafür bedarf es nur weniger vernünftiger Regeln.“

Dass es mit wildem Downhill-Fahren nicht so weitergehen könne, bekräftigte Revierförster Friedrich Gleissner. Er erinnert sich, dass schon vor 15 Jahren die ersten Beschwerden der Waldbesitzer laut geworden seien. Ein ruhiges Erholen im Dörenberg sei schon jetzt nicht mehr gegeben.

Der Iburger Grünen-Vertreter Manfred Tobergte sprach sich dafür aus, bereits vorliegende Erfahrungen mit solchen Projekten zu prüfen. Dafür ist laut Ferchland noch Zeit, denn es sei noch nichts entschieden, es liege noch ein weiter Weg vor den Beteiligten.

Die Stadtwerke Osnabrück haben die Initiative ergriffen und arbeiten gemeinsam mit dem Landkreis und Terra Vita an Ideen, die Konflikte zwischen Mountainbikern, anderen Waldbesuchern, dem Arten- und Naturschutz und natürlich auch den vielen Waldbesitzern zu lösen. Ziel sei es, das bisher „wilde“ Mountainbike-Fahren in kontrollierte Bahnen zu lenken – ohne jemandem vor den Kopf zu stoßen.



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