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20.07.2021

Nahrung für Bienen sichern

Grüne sprachen mit Imkern

Georgsmarienhütte – Was kann zur Verbesserung der Futterbasis für Bienen in der Stadt getan werden? Diese Frage stand im Mittelpunkt eines Fachgespräches der Grünen mit Vertretern des hiesigen Imkerverbandes.

„Im letzten Jahr musste ich meine Bienen am Südberg in Hilter mit Zucker zufüttern“, berichtete Karl-Heinz Schriewer. Ursachen für den Rückgang der Nahrungsbasis seien Mais-Monokulturen, Umpflügen und zu frühes sowie unnötig weit gehendes Mähen von Wegeseitenrändern. Straßenbegleitgrün wie Klatschmohn werde weggespritzt und Linden an der Borgloher Straße seien unnötig radikal ausgedünnt worden, klagte der Imker von der Brannenheide.

„Von März bis Oktober muss es blühen“, betonten die Imker. Es reiche nicht aus, seitens der Landwirtschaft die Bienen zur Raps-Bestäubung April bis Mai zu nutzen. Wenn es außerhalb dieser Zeiten nicht ausreichend Nahrung für die Bienen gebe, seien sie zum Absterben verurteilt.

Trotzdem finde die Bienenhaltung im Verein mit Sitz in Bad Laer ungebrochen Zuspruch, berichtete Thomas Wilker. Auch Dank der Realschul-AG sei die Zahl der Imker allein in Georgsmarienhütte auf knapp 40 gewachsen. Das Alter reiche von 10 Jahren bis in die Rente. Möglich sei eine 3-jährige Ausbildung als Imker.

Natürlich sei die Zahl durch die Futterbasis begrenzt, zumal auch von außerhalb Bienenstämme hier platziert würden. Der Landkreis sei gefordert, auf Tierschutzverstöße und Krankheiten wie Faulbrut zu achten.

Tobias Demircioglu vom Grünen-Vorstand regte an, widerrechtlich umgepflügte Wegeseitenränder wieder als Blühstreifen zu gestalten. Durch Abgleich der Katasterdaten mit Luftbildern seien in den Nordkreis-Gemeinden bereits viele Hektar zur Rückgewinnung festgestellt worden. Hier liege eine Aufgabe der neuen Klimamanagerin der Stadt, die Nahrungsbasis der Bienen auch in Georgsmarienhütte zu verbessern.

Als weitere Aufgabe nannte der Grünen-Vertreter die Renaturierung der Bachläufe bei den anstehenden Hochwasserschutzmaßnahmen. Entlang von entrohrten Gräben und an Tümpeln könnten Bienen von Sumpfpflanzen Nahrung finden. Auch Regenrückhaltebecken könnten für Bienennahrung genutzt werden. Zudem müsse die Stadt endlich den Pflanz-Beschluss des Rates als Ausgleich für die CO2-Verursachung beim Eislauf umsetzen.



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