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22.08.2021

Hühner bekommen auf dem Hof Bolte immer neue Grün-Standorte

Grüne erkundeten Innovationen auf Bolte-Hof

Kombination aus Fischzucht und Gemüseanbau

Georgsmarienhütte – Blühwiesen, Hühnermobil, Angus-Rinder und Glyphosat-Verzicht  - über umweltfreundliches Landwirtschaften informierten sich Mitglieder der Grünen auf dem Hof Bolte in Kloster Oesede, der mit 14 ha Acker und Wald noch eine überschaubare Größe behalten hat.

„Morgens Schule, anschließend bis 20 Uhr Arbeit auf dem Hof“, so stellte Junglandwirt Marcel Bolte, der Neues ausprobieren will, seinen Tagesablauf dar. Inzwischen würden 19 Angus-Rinder gehalten, davon 12 in Holsten Mündrup. Zusammenarbeit erfolge mit Schlachtern in Hagen und Müschen.

Neuester Versuch ist eine Kombination aus Fischzucht und Gemüseanbau (Aquaponik). Die Tilapia-Fische aus der Familie der Buntbarsche und Salatpflanzen bilden dabei ein geschlossenes ökologisches System. Der erste Fischbraten soll demnächst in der Pfanne auf dem Bolte-Hof getestet werden.

Die 1.750 m² Blühfläche inmitten einer Wiese trägt nach Einschätzung der Grünen dazu bei, den Futtermangel von Bienen in unserer Region zu beheben. „Etwa alle 500 m sollte es eine Blühfläche geben, um einen durchgehende Korridor für die Tiere zu bieten“, erklärte Bolte.

Viele Schmetterlinge fühlten sich auf dem Kartoffelanbau wohl. Aufgrund des bisher kalten und nassen Jahres seien viele Beikräuter hochgekommen, erklärte Bolte. Auf Herbizide wie Glyphosat verzichte der Hof jedoch gänzlich. Obwohl das mehr Arbeit mache, erfolge die Bearbeitung rein mechanisch.

Besichtigt wurde auch der Anbau von Kürbis, Gerste und Lupinen. Letztere könnten das zumeist gentechisch bearbeitete Soja ersetzen, was von der EU gefördert werde. „Für den Boden und die Fruchtfolge sind die Lupinen Gold“, so Bolte. Sie gehören zur Nahrung der Hühner und können für die Herstellung von koffein-freiem Kaffee genutzt werden.

Produkte vom Hof wie Eier der Hühner aus den Mobilställen werden neben dem Hofladen in 2 Automaten in der Stadt angeboten (Marktplatz Kloster Oesede, Klöcknerstraße nähe Tanzschule und in Harderberg bei Adler). Außerdem würden von „MeinFrühstück24“ Lebensmittel vom Hof Bolte angeboten. Eine Zulassung zum Wochenmarkt in Oesede sei von der Stadt bisher abgelehnt worden, da die Produkte schon von anderen Händlern angeboten würden. Eine Nutzung über den örtlichen Einzelhandel sei ebenfalls bisher nicht erfolgt.

Obwohl auf dem Hof Bolte nach Einschätzung der Grünen schon sehr umweltfreundlich gearbeitet wird, soll noch keine Bio-Zertifizierung angestrebt werden. Es könnten dann weniger Tiere gehalten werden und fraglich sei, ob bei 35 Cent für konventionelle Eier dann 55 Cent von den Kund*innen akzeptiert würden. Als Anregung nahmen die Grünen mit, dass die EU die Nutzung von Wiesen für Hühner und später Kleegras nicht ausschließen dürfe.



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