Artikel


13.11.2018

Grünen-Vertreter (v.r.n.l.) Johannes Bartelt, Christian Meyer und Petra Funke sprachen mit AWO-Kita-Leiterin Sarah Bischof

Kindertagesstätten-Qualität durch kleinere Gruppen sichern und verbessern

Landtagsabgeordneter Christian Meyer zu Gast in der AWO-Kita Holzhausen

Mit Einführung der Beitragsfreiheit und der Integration der Sprachförderung für Vorschulkinder in die Kindertagesstätten sind auf die niedersächsischen Einrichtungen in diesem Sommer zwei grundlegende Neuerungen zugekommen. Im Rahmen der diesjährigen Kita-Tour der Landtagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen machte sich der für das Osnabrücker Land zuständige Abgeordnete und stellvertretende Fraktionsvorsitzende Christian Meyer in der AWO-Kita Holzhausen ein Bild über die aktuelle Situation. Gemeinsam mit Petra Funke, Ratsfrau der Grünen und Mitglied im Ausschuss für Kinder, Jugend und Familie und dem Geschäftsführer der Grünen im Osnabrücker Land, Johannes Bartelt, ging es im Gespräch mit Kita-Leiterin Sarah Bischof um die aktuelle Betreuungsqualität in Niedersachsen. Im Vordergrund stand dabei der Wunsch nach kleineren Gruppen, um die Qualität in den Kitas zu erhöhen.

 

„Die Abschaffung der Elternbeiträge und die finanzielle Entlastung der Familien sind der richtige Schritt, doch darf dies nicht auf Kosten der Qualitätsverbesserung innerhalb der Kita gehen“, so Christian Meyer. Mit der Umstellung zeigt sich die Holzhausener Kita zufrieden. Durch die eingeführte Beitragsfreiheit kam es nicht zu einer erwarteten, höheren Anfrage an erweiterten Öffnungszeiten.

 

Der durch das Land geleistete Abschlag in Höhe von 1,22 Millionen Euro reicht in Georgsmarienhütte jedoch nicht aus, um die Kosten zu decken.

Geschätzt wird ein Defizit von rund 300.000 Euro, das auf die Kita-Träger vor Ort zukommt. Die Stadt Georgsmarienhütte schließt die Finanzierungslücke der Einrichtungsträger aktuell durch Vorfinanzierungen. Ratsfrau  Petra Funke sieht in dieser Lage das Land Niedersachsen in der Pflicht: „Das Land muss die Konsequenzen der Abschaffung der Elternbeiträge vollständig tragen und den Kommunen die entstandenen Differenzen erstatten.“

 

Im Punkt der Sprachförderung sind sich sowohl Kita-Leitung als auch die Grünen-Politiker einig, dass es gut ausgearbeitete Konzepte und ausreichend Zeit für eine angemessene Umstellung geben muss. Zum einen steht den Erzieherinnen der AWO-Kita für die allgemeine, alltagsintegrierte Sprachförderung  für alle Kinder pro Gruppe eine Stunde pro Woche zur Verfügung. Dazu erhalten sie für die neue Aufgabe der vorschulischen Sprachförderung  drei weitere Wochenstunden. Diese  teilen sich die Erzieherinnen personell untereinander auf. Daraus ergeben sich neue Anforderungen  für die Erzieherinnen, um dabei allen Kindern gerecht zu werden. Häufig benötigen auch Kinder ohne Migrationshintergrund eine besondere Sprachförderung. „Damit die gezielte Förderung der Vorschulkinder gelingt, muss es den Kitas ohne großen Aufwand ermöglicht werden individuell auf die Bedürfnisse jedes Kindes eingehen zu können. Hier gibt es seitens der Politik noch Verbesserungsbedarf“, so der Abgeordnete.

 

Einer weiteren Herausforderung müssen sich die Kindertagesstätten aktuell mit der Suche nach qualifizierten Erzieherinnen und Erziehern stellen. Auch in der Holzhausener Kita gibt es aktuell eine unbesetzte Stelle, ebenso schwierig gestaltet sich die Suche nach Bundesfreiwilligendienstlern. Auf die abschließende Frage von Christian Meyer, welche Verbesserung sich Bischof für ihre Kita wünscht, entgegnet die Kita-Leiterin: „Es muss in die Qualität der Kitas investiert werden. Neben einer besseren Anerkennung des Erzieherberufes und einer attraktiveren Bezahlung, ist eine Reduzierung der Gruppengrößen notwendig, auch wenn dadurch weitere Räumlichkeiten und Umbauten erforderlich werden.“



zurück

Keine Kommentare

Kommentar schreiben






CAPTCHA Bild zum Spamschutz
Wenn Sie das Wort nicht lesen können, bitte hier klicken.




* Pflichtfelder